Ein Platz in der neu geordneten Warteschlange ist ein Entwicklungsmeilenstein, keine vollständige Projektprüfung. Die britische Reform bietet Projekteigentümern und Teams, die einen möglichen Erwerb prüfen, ein anschauliches Beispiel: Was ist belegt, welche Bedingungen sind noch offen, und was fehlt zwischen Anschlussangebot und Baureife?
Vor der Reform umfasste die Anschlusswarteschlange mehr als 700 GW. Im Dezember 2025 gab der National Energy System Operator (NESO) eine priorisierte Pipeline von 283 GW Erzeugungs- und Speicherkapazität sowie 99 GW am Übertragungsnetz angeschlossener Nachfrage bekannt. Diese Zahlen beschreiben Projektkapazitäten, keine fertiggestellten Anlagen.[1]
National Grid Electricity Transmission (NGET) meldet im Update vom 25. August 298 an NESO übermittelte Angebote, rund 92% der Phase 1, mit Stand 4. August. Gezählt werden an NESO übermittelte Angebote, nicht deren Eingang oder Annahme bei Kunden.[2]
Das Reformpaket heisst Target Model Option 4 Plus (TMO4+). Es umfasst die Regelwerksänderungen CMP434 und CMP435; die Neubeurteilung bestehender Projekte erfolgt im Verfahren Gate 2 to Whole Queue (G2tWQ).[3, 4] Der Artikel behandelt Grossbritannien — England, Schottland und Wales — nicht Nordirland.
CurvatureEnergy ist ein Schweizer BESS-Projektentwickler. Wir verfolgen die britische Reform, weil sie eine wiederkehrende Entwicklungsfrage besonders deutlich macht: Was belegt der angegebene Projektstatus tatsächlich? Für unsere Arbeit in der Schweiz ist die Prüfmethode übertragbar — nicht das britische Regelwerk.
Massgeblich war weitgehend die Reihenfolge der Anträge. Ein seit Langem eingereichtes Projekt konnte vor einem weiter fortgeschrittenen Vorhaben liegen.
Für Gate 2 zählen der nachgewiesene Entwicklungsstand und die Übereinstimmung mit der strategischen Energieplanung — nicht allein das Antragsdatum.
Gate 2 ist ein Meilenstein im Anschlussverfahren, kein Baureifezertifikat. Das Angebot bildet die Grundlage, um den überarbeiteten Leistungsumfang, die Termine und die Verpflichtungen zu prüfen.
Gemäss NESO erfüllen Gate-2-Projekte sowohl die Anforderungen an den Entwicklungsstand als auch an die strategische Einordnung. Sie können einen bestätigten Anschlusstermin, Anschlusspunkt und Rang in der Warteschlange erhalten. Gate 1 bietet keinen bestätigten Anschlusstermin; ein späterer Wechsel hängt von den geltenden Kriterien und Antragsfenstern ab.[4]
Der geforderte Entwicklungsstand ist nicht mit einer vollständigen Baubewilligung gleichzusetzen. NESO erwartet, dass die meisten Projekte ihre Eignung über gesicherte Grundstücksrechte nachweisen. Daneben gibt es einen besonderen Weg über die Einreichung und Validierung eines Antrags auf eine Development Consent Order. Daraus folgt keine pauschale Bestätigung, dass sämtliche Bewilligungen vorliegen und alle Bauauflagen erfüllt sind.[6]
Für Projekteigentümer oder ein Team, das einen Erwerb prüft, beginnt die Prüfung deshalb bei der Angabe «Gate 2 gesichert». Welches Dokument stützt diese Aussage, wurde das Angebot angenommen, und welche Bedingungen müssen vor Baubeginn noch erfüllt werden?
| Status | Was er bestätigt | Was noch zu prüfen ist |
|---|---|---|
| Gate 1 | Kein bestätigter Anschlusstermin im reformierten Verfahren. | Ob und auf welchem Weg das Projekt in einem künftigen Antragsfenster Gate 2 erreichen könnte. |
| Gate 2 | Entwicklungsstand und strategische Einordnung als Voraussetzung für ein bestätigtes Anschlussangebot. | Das konkrete Angebot, dessen Annahmestatus, der technische Umfang, die Termine und die Verpflichtungen. |
| Ready-to-build | Eine eigenständige Beurteilung der Baureife, keine Gate-2-Klassifizierung. | Grundstücks- und Zufahrtsrechte, Bewilligungsauflagen, Umsetzbarkeit des Anschlusses und ausführungsreife Bauunterlagen. |
Definitionen der Gate-Status: NESO.[4] Die Zeile zur Baureife beschreibt den Prüfrahmen von CurvatureEnergy, keine zusätzliche regulatorische Stufe.
NESO unterscheidet zwischen Angeboten für das Übertragungsnetz und grosse Verteilnetzprojekte («large embedded») einerseits sowie den übrigen Verteilnetzangeboten andererseits. Gemäss dem am 4. September 2026 geprüften Zeitplan läuft Phase 1 am Übertragungsnetz bis Mitte September; Phase 2 ist ab Anfang September vorgesehen. Das sind Zeiträume für Anschlussangebote, keine neuen Antragsfenster oder Inbetriebnahmetermine. Ein vorgesehener Beginn bestätigt nicht die Zustellung eines einzelnen Angebots.[7]
| Angebotsgruppe | Phase 1 | Phase 2 |
|---|---|---|
| Übertragungsnetz und grosse «large embedded»-Projekte | Mitte Mai–Mitte September 2026 | Anfang September 2026–Mitte Januar 2027 |
| Verteilnetz | Anfang Juli–Mitte November 2026 | Mitte Oktober 2026–Mitte März 2027 |
Dies sind die allgemeinen Zeiträume für Phase 1 und Phase 2; für geschützte Projekte gelten separate Angebotstermine. Kunden eines Verteilnetzbetreibers — Distribution Network Operator (DNO) — sollten projektspezifische Auskünfte bei diesem einholen.[7]
Termine verdienen besondere Aufmerksamkeit. Ofgem hielt im Februar 2026 fest, dass einige Projekte mit geschützten Anschlussterminen ihre ursprünglichen Termine nicht mehr einhalten können. Schutzstatus und Zulassung sind deshalb mit dem aktuellen Angebot und Umsetzungsstand abzugleichen — nicht als bedingungslose Garantien zu verstehen.[8]
Laut der veröffentlichten Zusammenfassung von NESO besteht im nächsten Antragsfenster kein zulässiger Kapazitätsrahmen für zusätzliche Batterieprojekte, sofern nicht eine von drei Bedingungen erfüllt ist: Das Projekt fällt unter Schutzklausel 2b oder 3a; mehr als 55 GW an Gate-2-Batterieprojekten scheiden aus der Pipeline aus; oder künftige strategische Energiepläne erhöhen die zulässige Batteriekapazität um mehr als 55 GW. Dies ist eine planerische Vorgabe, keine Aussage darüber, dass jedes Unterwerk technisch ausgelastet ist. Vor der Berufung auf eine Ausnahme ist die geltende Methodik zu prüfen.[5]
Die NESO-Konsultation vom Juni 2026 nennt 83,2 GW an Batterien mit Gate-2-Status, zusammen mit den bei Schliessung des Nachweisfensters betriebenen Anlagen 90,6 GW. Die Summe übersteigt das Dreifache der Spanne von 24–29 GW für 2035 im Clean Power 2030 (CP30) Action Plan.[9]
Der DESNZ/Ofgem-Brief vom 17. April nennt 14,8 GW über der Obergrenze für Batterien 2030 und 61,7 GW über dem erwarteten Bedarf 2035. Er bekräftigt zugleich die Unterstützung eines Marktumfelds, das 23–27 GW bis 2030 ermöglicht.[10]
Diese Zahlen sind datierte Bestandsaufnahmen mit jeweils definiertem Umfang, keine laufende Zählung künftig gebauter Anlagen. Bei einem neuen Standort ist der Zugang zum Anschlussverfahren vor der Detailplanung zu klären. Bei einem bestehenden Gate-2-Projekt sind Angebot und Standort gemeinsam zu prüfen: Weder eine nationale Kapazitätszahl noch ein nahes Unterwerk belegt einen umsetzbaren Anschluss.
Diese sechs Prüfpunkte beschreiben den Ansatz von CurvatureEnergy, hier am britischen Gate-2-Verfahren erläutert. Dieselben Fragen leiten die Prüfung eines Schweizer Greenfield-Standorts, mit anderen lokalen Regeln und Nachweisanforderungen. Ziel ist, dokumentierte Fakten, offene Bedingungen und Zuständigkeiten für die nächsten Schritte auseinanderzuhalten — nicht zusätzliche NESO-Zulassungskriterien festzulegen.
Aktuelles Angebot und Vereinbarung einholen. Antragsteller, Anschlusspunkt, Status, Annahmefrist und allfällig ersetzte Dokumente prüfen.
Lade- und Entladeleistung getrennt in MW prüfen. Einschränkungen, gestufte Anschlussmöglichkeiten und Abhängigkeiten vom Netzausbau erfassen.
Speicherlayout und gesicherte Fläche abgleichen. Zufahrt, Leitungsrechte, Drittgrundstücke und Laufzeiten der Vereinbarungen prüfen.
Bewilligungsweg, offene Auflagen, Brandschutzkonzept, Lärm, Entwässerung und Zufahrt prüfen. Der Warteschlangenstatus ersetzt keine Bewilligung.
Für Anschluss- und Ausbauarbeiten Zuständigkeiten, Abhängigkeiten und Auswirkungen auf den vorgesehenen Inbetriebnahmetermin klären.
Aktuelle Entgelte, Sicherheiten, Meilensteine und Beendigungsbestimmungen mit dem Projektplan abgleichen. Noch unbestätigte Annahmen kennzeichnen.
Für Eigentümer oder Teams, die einen Erwerb prüfen, ist ein abgestimmtes Gesamtbild aus Anschlussangebot, Grundstücksrechten, Bewilligungen und baulichen Abhängigkeiten entscheidend — mit Zuständigkeit und nächstem Schritt für jeden offenen Punkt. Eine Pipelineübersicht sollte diese Entwicklungsstadien einheitlich beschreiben, statt jeder angegebenen MW-Kapazität denselben Reifegrad zuzuschreiben.
Dieselbe Unterscheidung behandelt unsere Analyse zu Ready-to-build- und Greenfield-BESS: Ein Projekt wird reifer, indem seine Abhängigkeiten geklärt werden. Die Seite Projektentwickler und Partner erläutert, wie CurvatureEnergy Projekte prüft und in der Entwicklung zusammenarbeitet.
Unsere Analyse zur BESS-Entwicklung in der Schweiz erläutert den Entwicklungskontext im Heimatmarkt von CurvatureEnergy. Der britische Fall dient zum Vergleich der Prüffragen, nicht als Prognose, dass die Schweiz Gate 2 übernehmen wird.
Quellen geprüft am 4. September 2026. Die Links führen direkt zu Veröffentlichungen der Netzbetreiber und der Regulierungsbehörde. Kurze Originalauszüge und gekennzeichnete Übersetzungen stehen unten. Die Checkliste und die Folgerungen für die Entwicklung stammen von CurvatureEnergy.
customers receive Phase 1 offers
Übersetzung CurvatureEnergy: «Kunden erhalten Phase-1-Angebote»
readiness and Strategic Alignment
Übersetzung CurvatureEnergy: «Entwicklungsstand und strategische Einordnung»
there is no permitted capacity
Übersetzung CurvatureEnergy: «es ist keine weitere Kapazität zugelassen»
Titelbild: KI-generierte Illustration. Kein Foto eines bestehenden Projekts und kein Nachweis eines genehmigten Netzanschlusses.